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Die 4 wichtigsten Order-Arten: Unterschiede zwischen Börsenhandel und CFDs

Jeder Online Broker bietet Order-Arten die Anfänger im Daytrading nicht nur kennen, sondern diese auch wirklich verstehen und einsetzen können sollten, da sie nicht nur dabei helfen den besten Einstieg und Ausstieg bei einem Trade zu schaffen, sondern auch sehr wichtig sind, um die Verluste zu begrenzen.
Im Folgenden wollen wir uns nicht nur die wichtigsten Order-Arten ansehen und erklären wie diese zum Einsatz kommen, sondern auch aufzeigen wo hier Unterschiede zwischen Daytrading an der Börse, also beim tatsächlichen Kauf und Verkauf börsengehandelter Werte, und dem Handel mit CFDs bestehen (siehe auch unseren Artikel Wo und wie kann man daytraden? – Eine praxisbezogene Erklärung für Anfänger).
Wie immer empfehlen wir das Erlernte ausgiebig in einem realistischen Daytrading Demokonto zu üben!

Market-Order

Die Market-Order beschreibt das Eröffnen einer Position, indem man eben den Button für „Kaufen“ oder „Verkaufen“ drückt, je nachdem ob man auf steigende oder fallende Kurse spekulieren möchte. Soweit sollte das eigentlich jedem klar sein und man würde geneigt sein diesen Punkt zu überlesen; doch STOPP! Es gibt darüber mehr zu sagen, als es vielleicht den Anschein hat, zumindest wenn man Daytrading an der Börse betreibt und keine CFDs nutzt.
Bei Ausführung der Market-Order erhält man immer den besten Preis, den jemand anbietet. Allerdings kann es ja sein, dass man 1.000 Anteile kaufen möchte, allerdings nur 200 zum besten, verfügbaren Preis vorhanden sind, was dazu führt, dass man beim Absetzen der Market-Order eben nur 200 zu diesem erhält und die restlichen 800 zum nächstbesten Preis. Aus diesem Grund sind Market-Orders nicht wirklich geeignet für eher dünn gehandelte Aktien, weil es ja immer einen Anbieter benötigt, von dem man kaufen kann. Im herkömmlichen Aktienhandel, wenn man Anteile also über längere Zeit hält, sind diese Preisabweichungen allerdings zu vernachlässigen.
ABER: Wenn man mit CFDs handelt, dann kann man das vergessen, weil diese Problemstellung bei der Market-Order nicht gegeben ist!

Limit-Order

Auch hier gibt es einen Unterschied zwischen Daytrading an der Börse und dem Daytrading mittels CFDs. Zunächst einmal gilt in beiden Fällen, dass eine Limit-Order den Sinn hat, dass eine Position eröffnet wird, sobald das eingestellte Kursziel erreicht wird. Für CFD-Daytrader ist das in erster Linie nützlich, wenn man nicht die ganze Zeit vor dem Bildschirm ausharren möchte, um endlich den geplanten Trade beginnen zu können. Man kann also im Vorfeld einen Trade und dessen Einstiegspunkt planen und wenn dieser erreicht wird, eröffnet das System automatisch die Position. Genauso kann die Limit-Order zum Schließen der Position eingesetzt werden, wobei man bei CFDs dann einfach vom Gewinn-Stopp spricht.
Beim Daytrading an der Börse kommt allerdings ein zusätzlicher Faktor ins Spiel. Wenn sich der Kurs zurückzieht und dadurch die Limit-Order zum Kauf eines Werts schlagend wird, ist der höchste Preis zu dem gekauft wird jener der Limit-Order. Sind aber dem Beispiel aus der Market-Order folgend nicht so viele Anteile verfügbar, wie man um den Preis haben möchte, dann werden die restlichen Anteile aus dem nächsten, noch günstigeren Preis bezogen. Man kann hier also durch die Platzierung der Limit-Order zusätzlich etwas Geld sparen, weswegen diese im Daytrading an der Börse in jedem Fall der Market-Order vorzuziehen ist und der Großteil der Trades darüber abgewickelt wird. Gleiches gilt dann auch für den Verkauf des Werts durch eine Limit-Order. Es wird dann zu dem von euch angegeben Preis oder eben höher verkauft.

Stop-Order (+Garantierter Stopp)

Order-ArtenPrinzipiell kann man durch eine Stop-Order festlegen bei Erreichen welchen Kurses eine Position geschlossen bzw. ein Wert verkauft werden soll. Der Teufel liegt hier aber im Detail, weswegen man sich schon über den genauen Ablauf im Klaren sein sollte, das gilt für CFDs, aber noch mehr für das Daytrading mit Werten an der Börse.
Wenden wir uns zunächst den CFDs zu, wobei wir uns hier erweitert den „Garantierten Stopp“ ansehen müssen.
Wenn man einen Verlust-Stopp setzt, dann wird eine Position geschlossen, sobald ein gewisser Verlust bzw. ein angegebenes Kursziel erreicht wird. Je nachdem wie schnell sich der Kurs verändert, wird, bedingt durch die Latenz bei der Orderausführung, normalerweise nicht ganz genau beim angegebenen Kurs geschlossen. Im Extremfall kann das dazu führen, dass bei einem sehr raschen Kurssturz der Verlust deutlich über dem gesetzten Verlust-Stopp liegt. Um massive Verluste durch solch einen Kurssturz zu verhindern, bieten CFD Broker oft die Variante „Garantierter Stopp“ an, was normalerweise eine kostenpflichtige Option ist. Dafür wird aber der Ausstieg zu einem gewissen Kurs garantiert. Je höher der Hebel, desto größer die Relevanz des „Garantierten Stopps“. Für Hobbytrader, welche maximal einen Hebel von 1:30 (bei Währungspaaren) zur Verfügung haben, ist dieser normalerweise zu vernachlässigen. Wechselt man bei seinem CFD Broker allerdings auf ein professionelles Tradingkonto, bei dem ja wieder Hebel im dreistelligen Bereich zur Verfügung stehen, sollte man sich ernsthaft mit dieser Möglichkeit auseinandersetzen. Falls ihr übrigens einen guten CFD Anbieter sucht, dann werdet ihr bestimmt in unserem Daytrading Broker Test fündig!
Beim Daytrading an der Börse muss man wissen, dass die Stop-Order als eine Market-Order ausgeführt wird. Warum ist das wichtig? Weil es uns sagt, dass wir auch hier normalerweise nicht genau den festgelegten Preis erhalten, weil man ja nur verkaufen kann, wenn man zu diesem Preis auch einen Käufer hat. Wenn man bei einer Aktie seine Stop-Order bei 50€ gesetzt hat und der Kurs schnell fällt, dann kann es eben passieren, dass ein Teil der Anteile zu jenen 50€ abgestoßen werden, weitere bei 49,30€ und die restlichen bei 48,50€. Ja, das ist lästig, aber man ist wirklich raus aus dem Trade. Würde man anstelle der Stop-Order, die ja als Market-Order ausgeführt wird, eine Stop-Limit-Order platzieren, welche bei einem gewissen Preis verkaufen soll, dann kann sich bei einem zu rasch fallenden Kurs das Problem stellen, dass diese Limit-Order bei Erreichen der 50€ gar nicht ausgeführt werden kann (diese verkauft ja zum angegeben Preis oder besser) und man plötzlich bei einem Preis von 40€ noch immer auf all seinen Anteilen sitzt.
Einen „Garantierten Stopp“ gibt es beim Daytrading an der Börse übrigens nicht, weil es ja immer Käufer und Verkäufer benötigt. Beim CFD Trading übernimmt den Gegenpart der Online Broker selbst.

Trailing-Stop

Ein Trailing-Stop ist eine Art des Stopps, die Trader dazu nutzen, um Gewinne laufen zu lassen, solange ein Trend anhält. Die Position wird erst geschlossen, wenn der Kurs unter einen festgelegten Wert in Relation zum Höchststand des Kurses seit Positionseröffnung sinkt. Im Grunde verschiebt der Trailing-Stopp also den Verkaufskurs nach oben, so lange der Kurs neue Höchststände erreicht.
Dieser bietet sich vor allem für den Handel großer Aktien an, die dazu neigen Trends über einen ganz Tag zu halten. Es müssen auch keine positiven Trends sein, weswegen es immer gut ist ein Auge auf Nachrichten bezüglich Anlegerbetrugs und dergleichen zu haben, um eine Short-Position mit einem Trailing-Stop zu versehen. 😀
Kleinere Kursschwankungen führen durch den Trailing-Stop dann während eines Trends nicht dazu, dass man aus dem Trade aussteigt und man kann diesen möglicherweise bis zu dessen tatsächlichem Ende ausnutzen und sich über einen schönen Gewinn freuen.

Der Tradingstil macht es

Je nachdem welchen Tradingstil man pflegt, durch welche Finanzinstrumente man Daytrading betreibt und welchen Zeithorizont die Trades haben, Stichwort Intraday Trading, kommt den Order-Arten unterschiedliche Bedeutung zu. Ein „Garantierter Stopp“ im CFD Daytrading kann z.B. erst ab einem bestimmten Wert gesetzt werden. Bei Strategien wie Scalping sprechen die Kosten nicht für eine Nutzung. Ebenso macht auch ein Trailing-Stop hier wenig Sinn, da dieser erst bei Spekulation auf anhaltende Trends seine Stärke zeigen kann. Auch ist es davon abhängig wie viel Zeit man hat, um aktiv Daytrading vor dem Bildschirm betreiben zu können.
In jedem Fall ist es aber wichtig seine Möglichkeiten zu kennen und mit der richtigen Anwendung vertraut zu sein, um das volle Potential ausschöpfen zu können.

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